Schriften von Anders Wo

(1998-2002)
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Ich sehe einen Stamm und das Wasser und ein weites Weideland. Und dunkelgraue Wolken ziehen schnell ueber den Himmel, wie nach einem Sturm und ueberall kauern Menschen im nassen Gras und sie sind allein oder in kleinen Gruppen und sie tragen schwarze Kleider. Und einige sehe ich, die sind in Zuegen auf Wanderschaft. Und die Baeche sind ueber die Ufer getreten und die Haeuser sind mit starken Balken gebaut, dunkel von Regen. Und die Wolken trennen die Sonne von der Erde und schnell ziehen ihre Schatten und manchmal faehrt Licht ueber die Wiesen. Und es brennen Feuer auf den Huegeln, in Kreisen von Stein. Und die Feuer verschwinden, waren nur Erinnerung.
An die Zeiten in den Waeldern und Feldern, an die Zeiten der Ernte und der Saat, an die Zeiten, in denen wir um die Flammen tanzten und uns wuschen und schwammen im Fluss und ihnen allen Lieder sangen.

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Ihr habt meine Bucht zum Friedhof gemacht
Das Wasser spuelt den Sand hinweg
und legt die Gebeine frei
Schwarze Erde habt ihr auf meinen lichten, warmen Sand geschuettet
Mir meine Ruhe genommen
meine Zuflucht
Ihr habt Kreuze errichtet
wo Leben war
und Stege gebaut, wo niemand gehen sollte
Ihr habt meine Bucht zum Friedhof gemacht
und mir mein Zuhause genommen
und ich habe euch gewaehren lassen

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Wie weisse Feuer schlagen die Baeume aus. – Wie weisse Feuer!
Aber selbst der Gesang der Voegel kann euch nicht aufhalten!

*

Es war mitten in der Nacht, als die Puppe erwachte. Sie bewegte ihre Glieder, als sei sie von deren Vorhandensein ueberrascht. Ihr Groesse betrug ungefaehr 35 Zentimeter. Ihre Kleidung war die eines kleinen Maedchens. Am Vortag hatte ihre Besitzerin ihr das Haar geschnitten und so standen jetzt kurze, borstige Bueschel von ihrem Kopf.
Von der Strasse drang Musik herauf.
Sachte wiegte sie sich hin und her, waehrend sie geradewegs auf die Kuechentuer zusteuerte, denn dort war es, wo man sie vor einigen Stunden vergessen hatte. Als die Puppe jedoch hoch ueber sich die Tuerklinke erkannte, zu hoch, als dass sie sie haette erreichen koennen, da bewegte sie sich vorsichtig zurueck in die Mitte des Raumes. Dort setzte sie sich nieder.
Sie sasz auf dem Boden und wieder entwich das Leben langsam aus ihrem Leib.

*

Der Schnee kommt von Norden und klammert sich fest am Baum

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Ich sehe dich nicht
doch ich ertaste dein Gesicht
deine Knochen aus Glas
die von einer Schiefermauer gestuerzt sind

Ich kuesse den Schorf, dein Auge
und bringe dich in Sicherheit

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Bluetenblaetter von roten Nelken
quellen aus meinem Mund

*

Der Sand bereitet das Bett fuer den Regen

*

Eine versuchte ständig mit einem Wörterbuch ihre Lage zu erklären, während das Dorf so viel reizvoller aussah, seitdem es in Schutt und Asche lag.
Die Hauptstraße, die den Berg hinaufführte, war nun durchflutet mit Licht und menschenleer.

*

Eines Tages brach der Vulkan aus und eine glühende Welle schlich talwärts.
Die Menschen, die zu ihren Automobilen liefen, um zu flüchten, verbrannten.
Denjenigen aber, die es zum Meer trieb, passierte etwas Seltsames:
Sie hatten das Gefühl einander zu kennen, sich schon einmal begegnet zu sein. 

*

Von Innen Gefuehltes
von alleine geschrieben
aus dem Nichts
aus dem ploetzlichen
Mund der Liebe